Lernmethoden – alte Weisheiten auf dem Prüfstand

Lernmethoden – alte Weisheiten auf dem Prüfstand

1. von drei Lernmethoden

SPRECHEN IST SILBER – SCHWEIGEN IST GOLD

Für manche Situationen mag es schon der richtige Ratschlag zu sein, für sprechen lernen mit Sicherheit nicht. Auch für das Sprechen gilt: Übung macht den Meister. Zwar hat sich unsere Anatomie im Laufe der Entwicklung so verändert, dass sie eine gut artikulierte Sprache ermöglicht, dennoch gehört sprechen lernen zu den Fähigkeiten, die Nachahmung und Übung fordert. Denken wir nur an sogenannte Wolfskinder oder „wilde Kinder“. Aus welchen Umständen heraus auch immer verbrachten sie ihre ersten Lebensjahre unter Tieren. Weitestgehend nahmen sie die Bewegungen, die Verhaltensweisen und auch deren Verständigung an. Nur mit viel Mühe konnten sie nach ihrer Befreiung noch sprechen lernen und brachten es nie zur „normalen“ Ausprägung. Diese Beispiele belegen, dass die Anlage in der frühkindlichen Entwicklung genutzt werden muss. Sonst geht sie, wie viele andere Anlagen, verloren. Allerdings reicht es nicht die Kinder vor einen Fernseher zu setzen oder einem Sprachcomputer zu überlassen. Entscheidend ist der persönliche Kontakt zu einem lebenden Menschen. Babys werden schon mit der Fähigkeit geboren die Muttersprache von Fremsprachen zu unterscheiden. Sie vermögen zwischen den Melodien der Muttersprache und einer Fremdsprache zu unterscheiden. Bereits ab dem 7 Lebensmonat richten Kinder ihre Aufmerksamkeit auf die Bezugsperson aus. Lernmethoden

Fazit: nicht geeignet

 

2. von drei Lernmethoden

Was Hänschen nicht lernte, lernt Hans nimmer mehr

Lernen wird bis heute vorwiegend mit Schule verbunden. Doch Lernen findet immer und überall statt. Menschen können nicht nicht lernen. Allerdings verändert sich im Laufe des Lebens die Art und Weise des Lernens und die Geschwindigkeit. Das limbische System gleicht jede Situation mit bisherigen Erfahrungen ab. Je mehr Erfahrungen wir also besitzen, desto intensiver wird der Abgleich. Haben wir also bereits Kenntnisse über das zu Lernende, dann knüpft unser Gehirn daran an und verwirft oder befürwortet entsprechend. Wir fühlen uns sicher. Anders bei einem Lerngegenstand, der für uns völlig neu ist. Je älter wir sind, desto größer ist unser Sicherheitsbedürfnis und damit unsere Bemühungen Unbekanntes zu vermeiden oder abzulehnen. Lernmethoden

Hans kann also durchaus noch Neues lernen. Doch Hans hat dafür mehr innere Widerstände zu überwinden. Auch das Tempo nimmt ab. Wir brauchen im Alter länger um uns Neues anzueignen.

Fazit: das Sprichwort ist überholt

 

3. von drei Lernmethoden

Wenn ich früher etwas für die Schule lernen musste, z.B. ein Gedicht, und es mir nicht merken konnte, dann empfahl mir meine Oma das Buch nachts unter mein Kopfkissen zu legen.

Hilft das wirklich?

Um das Gedächtnis zu aktivieren und Gelerntes besser zu behalten, muss man nicht unbedingt auf einem harten Buch schlafen. Der Vorgang jedoch als solcher basiert auf einer Beobachtung, deren Richtigkeit die Neurowissenschaft belegt hat. Wenn wir etwas neues Lernen, dann wird es zunächst im Hippokampus – einem kleinen und flüchtigen Speicher verarbeitet. Von dort wird es an den Kortex – den großen und sicheren Speicher übertragen. Das ist ungefähr so, als überträgt man Daten aus dem Arbeitsspeicher in den Festplattenspeicher. [nggallery id=1] Was passiert, wenn man vergisst einen Text zu speichern, haben vielleicht einige schon schmerzhaft zur Kenntnis nehmen müssen – dann ist er weg. Bei der Übertragung in den sicheren Speicher unseres Gehirns wird ebenso wie im Computer kopiert, komprimiert, umkodiert, sortiert, Datengruppen gebildet u.s.w. Lernmethoden
LernmethodenNur gibt es keine ENTER oder OK-Taste. Diese Verarbeitung und die Aktivierung der Datenautobahn im Gehirn erfolgt während der Tiefschlafphasen. Im Traumschlaf werden die neu gelernten Inhalte nochmals abgespielt, also wiederholt. Dabei gilt: je frischer das neu Gelernte ist, desto besser. Wenn es gilt Fakten zu lernen, ist es also gut, diese vor dem Schafen gehen nochmals zu wiederholen. Ein ruhiger und tiefer Schlaf wird dann dafür sorgen, dass diese in den Kortex gelangen und am nächsten Tag zur Verfügung stehen.

Fazit: guter Tipp